Rückblick: BerlinInOctober – eDemocracy summit 2009

Noch größer, noch besser: BerlinInOctober 2009
„BerlinInOctober“ klingt entweder nach Regen, oder nach Bestandsaufnahme, Regen gab es definitiv genug, doch auch was sich da Ende der letzten Woche in Berlin-Mitte traf muss sich nicht verstecken: Über 50 Teilnehmer aus 19 Ländern kamen zusammen, um die Zukunft von Internet und Politik zu diskutieren. Doch die geladenen Gäste beließen es nicht, wie so oft bei leeren Worten und großen Plänen, sondern präsentierten Resultate, diskutierten Probleme und erarbeiteten Lösungen.
Zwei Beispiele
Ayman Mhanna war einer der Gäste, der als Vertreter des National Democratic Institute, aus Beirut/Libanon angereist war, um zu zeigen, wie man mit weltweit verfügbaren Mitteln auch in fragilen Staaten wie dem Libanon eine funktionierende Wahlbeobachtung implementieren kann. Anlass waren die viel diskutierten Parlamentswahlen im Juni dieses Jahres, bei denen im Vorfeld viel über mögliche Wahlfälschungen und unrechtmäßige Einflussnahme am Wahltag diskutiert wurde.
In einem Video-Beitrag von der Konferenz berichtet Ayman Mhanna über ein Projekt im Libanon, dass bei den allgemeinen Parlamentswahlen die Wahlbeobachtung durch ein Netzwerk von Privatpersonen, ein paar SMS und einer Website revolutionierte.:
Der Frage, was eigentlich nach den Wahlen mit den Parlamentsmitgliedern los ist, gingen die Gründer von http://www.nosdeputes.fr/ nach. Nach einem Besuch im französischem Parlament und der Feststellung, dass viele Abgeordnete lieber Zeitung lesen und Computer spielen, statt sich an den Debatten zu beteiligen und sich um das Wohl ihres Landes zu kümmern, entschlossen sie sich eine Website ins Leben zu rufen, die das Verhalten der Parlamentarier aufzeichnet. Dazu greifen sie auf Daten zu Redebeiträgen zurück, die vom französischen Staat online zur Verfügung gestellt werden. Diese Daten nutzen sie, um auf der einen Seite Diagramme über die Aktivität einzelner Parlamentarier zu zeichnen, und zum anderen Tag-Clouds zu generieren, die zeigen mit welchen Themen sich ein bestimmter Parlamentarier vorwiegend beschäftigt.
Ein weitere Gast, der Entwickler Benjamin Ooghe von http://www.nosdeputes.fr/, erklärt im folgenden Beitrag, wie ihre französische Version von www.abgeordnetenwatch.de bereits im ersten Monat 100.000 Besucher hatte, und scheinbar bereits ihre Wirkung auf arbeitsscheue Parlamentarier hatte:
Eine Auswahl weiterer Videos sind auf hier zu finden, weitere folgen noch im Laufe der nächsten Wochen. Weitere Informationen auch drüben bei netzpolitik.org.
Kurzes Fazit
Insgesamt eine sehr gelungene UnConference, die nochmal größer und interessanter war als die beiden Vorgänger in 2007 und 2008. Die vielen Ideen und interessanten Menschen haben mich schwer beeindruckt. Als einer der drei Veranstalter möchte ich allen Teilnehmern danken und bin gespannt auf den eDemocracy summit 2010. Ein besonderer Dank geht an politik-digital.de für die großartige Hilfe bei der Organisation. Die umfangreiche Dokumentation und eine Auswahl des Outputs aus den Arbeitsgruppen wird im Laufe der nächsten Wochen sukzessive hier und im Wiki der UnConference veröffentlicht.
Disclamer: Ich war einer der Veranstalter der UnConference und dieser Beitrag wurde in Teilen von Raphael Thelen geschrieben und auch im Blog auf /e-politik.de/ sowie auf Der Politick veröffentlicht.
BerlinInOctober 2009 wurde veranstaltet von:

Lesen Sie auch die folgenden verwandten Beiträge:
» Twitterfeed und erste Fotos von BerlinInOctober 2009 (#bios09)
» Heute startet die UnConference BerlinInOctober 2009
» Rückblick 2008 – Teil 3
Themen:
BerlinIn - E-Demokratie Un-Konferenz
Beitrag in sozialen Netzwerken teilen:
October 20th, 2009 at 20:04
[...] e Demokratie: Rückblick: BerlinInOctober – eDemocracy summit 2009 [...]