Kurzgefasst: BMI-Gruschel-Dings, Liquid Democracy, Technologie und Demokratie, Konferenzen und Termine 2010, UK ePetitioning, Core Principles for Public Engagement
Am 19.1 ludt Thomas de Maizière unter dem Motto “Perspektiven deutscher Netzpolitik” zahlreiche Netz-Protagonisten zum Dialog über Datenschutz ein. Netzpolitisches Ziel laut BMI: Vertrauen, Freiheit und Sicherheit – dies auch im Internet zu gewährleisten, sei das Ziel staatlicher Bemühungen. Mehr über das “BMI-Gruschel-Dings“ bei meinem Arbeitgeber.
——
Anfang Januar stellte die Berliner Piratenpartei ihr Experiment mit einem neuen Demokratiekonzept vor: “Liquid democracy” soll im ersten Testlauf die parteiinternen Entscheidungsfindung unterstützen und die “Vergrünung” vermeiden. Dabei handelt es sich um eine Art Framework für digitale, politische Meinungsfindung bei der repräsentative Demokratie mit direktdemokratischen Elementen verbunden werden soll. “Liquid Feedback”, ein OpenSource-Projekt des Public Software Group e. V., stellt die Softwareumgebung für die Einführung des Konzepts bei der Piratenpartei dar. Mit dem Tool sollen alle Möglichkeiten von Informationstechnologie genutzt werden um demokratische Entscheidungsprozesse zu begleiten und zu fördern. Die Software wurde seit Oktober 2009 entwickelt und steht auch anderen Organistationen zur Verfügung. Mehr dazu auch auf heise.de.
——
Bereits im Dezember stellte Evgeny Morozov von der Georgetown University im britischen Prospect Magazine die Annahmen, dass das Internet und die technologischen Entwicklungen der letzten Jahre eine Gesellschaft demokratischer machen kann in Frage. Eine interessanten Kommentar dazu liefert nun Charlie Beckett, Direktor von POLIS (ein Journalismus- und Gesellschafts-think-tank der LSE und des London Colleges of Communication) in seinem Blog. Darueber hinaus aeusserte sich auch Clay Shirky und reagierte mit einem eigenen Text in dem britischen Magazin auf die Kritik von Morozov.
——
——
Vom 06.05 bis zum 07.05.2010 findet an der Donau-Universität im oesterreichischem Krems die diesjährige EDem statt. Bis zum ersten März 2010 können wissenschaftliche Papiere rund um das Themen elektronische Demokratie und elektronische Beteiligung eingereicht werden. Die EDem10 widmet sich den folgenden Themenbereichen, zu denen das Paper eingereicht werden kann:
* Transparency & Communication (freedom of information, free information access, openness, information sharing, blogging, micro-blogging, social networks, data visualization, eLearning, empowering, …);
* Participation & Collaboration (innovation malls, innovation communities, bottom up, top down, social networks, engagement and accountability, collaborative culture, collaboration between C2C, G2C, …);
* Architecture, Concepts & Effects (access and openness, user generated content, peer production, network effects, power laws, long tail, harnessing the power of the crowd, crowd sourcing, social web, semantic web, …);
* Different Fields: open government initiatives, eDemocracy, eParticipation, eVoting, eDeliberation;
* Approaches and Disciplines: law & legal studies, social sciences, computer sciences, political sciences, psychology, sociology, applied computer gaming and simulation, democratic theory, media and communication sciences;
* Multidisciplinary and Interdisciplinary Approaches;
* Research Methods.
Der genaue Ablaufplan für die Konferenz steht zwar noch nicht zur Verfügung, spannende und hochkarätige Sprecher lassen aber auf ein tolles Programm hoffen. Mehr Informationen auf der Webseite der EDem10.
——
Der OpenHackDay wurde verschoben. Das Event findet nun nicht mehr am 24. und 25. April sondern am 17. und 18. April 2010 in Berlin statt. Weitere Informationen unter: http://opendata.hackday.net/de.
——
Auch das PolitCamp10 wurde verschoben und findet nun vom 20. – 21. März 2010 in Berlin im Radialsystem VI statt. Hier eine kurze Zusammenfassung des letztjährigen Events.
——
Nebenan bei pep-net.eu fasst Bengt Feil den Januar im eParticipation News digest 1st – 21st January 2010 zusammen.
——
Vom 26. bis 31. Juli 2010 findet die “e-Democracy, Equity and Social Justice 2010” (als Teil der IADIS Multi Conference on Computer Science and Information Systems (MCCIS 2010)) in Freiburg statt.
——
In der e-democracy.org-Mailingliste fand eine sehr interessante Diskussion zum Thema UK ePetitioning statt sie kann öffentlich auf dowire.org nachverfolgt werden.
——
Schon aus dem letzten Jahr, aber deshalb nicht weniger interessant, die Core Principles for Public Engagement:
The Public Engagement Principles (PEP) Project was launched in mid-February 2009 to create clarity in our field about what we consider to be the fundamental components of quality public engagement, and to support Barack Obama’s January 21st memorandum on transparency and open government. The following principles were developed collaboratively by members and leaders of NCDD, IAP2 (the International Association of Public Participation), the Co-Intelligence Institute, and many others.
Das sehr empfehlenswerte Dokument gibt es kostenlos auf http://www.thataway.org/ als PDF zum Download.
Lesen Sie auch die folgenden verwandten Beiträge:
» www.data.gov.uk
» E-Demokratie Linktipps für Januar 2010
» Was ist … ? – Glossar 2.0

May 31st, 2010 at 13:54
Das Berliner Projekt “Liquid Feedback” hat den Begriff “Liquid Democracy” vereinnahmt und in einer sehr nerd-igen Weise interpretiert: Man realisiert unter diesem Label ein Projekt, das als “Nebeneffekt” auch eine Überwachung der Parteimitglieder betreibt: Alle Eingaben bleiben für immer gespeichert, ein Löschen auch alter Daten ist nicht möglich.
Argument:
Anders sei die “Nachvollziehbarkeit” nicht sicherzustellen. Bei der angeblich notwendigen “Transparenz” müsse der Datenschutz eben zurückstehen.
Und diese Partei hat auf Demos noch groß Plakate geschwungen “Löschen statt Speichern”…