Demokratie oder Diktatur – wozu das Internet gut ist
Auch auf einem Blog, der dem demokratischen Potential digitaler Medien positiv gestimmt ist, dürfen die kritischen Stimmen nicht fehlen. In diesem Sinne sei ein Hinweis auf den Artikel “How dictators watch us on the Web” von Evgeny Morozov gestattet, der gerade im britischen Prospect Magazine erschienen ist.
Morozov hat selbst einige Jahre in Osteuropa in Projekten gearbeitet, deren erklärtes Ziel es war, durch die Nutzung neuer Medien Demokratisierungsbemühungen zu unterstützen. Mittlerweile steht er diesen Projekten aber deutlich kritischer gegenüber, so warnt er z.B. davor, dass diese Technologien eben nicht nur von friedliebenden Demokraten genutzt werden und dass sie Diktaturen ganz neue Möglichkeiten der Repression und Überwachung an die Hand geben. Diese Argumente sind nicht unbedingt neu, aber trotzdem in dieser gut zusammengefassten Form mit prägnanten Beispielen sehr lesenswert, um dem Hype um digitale Demokratie ein wenig Bodenhaftung zurückzugeben.
Eine Kurzzusammenfassung des Artikels gibt es auf meinem anderen Blog, Morozov’s Sicht auf die Dinge ist aber auch in einer Anhörung der Commission on Security and Cooperation in Europe in Washington DC zusammengefasst, die hier einzusehen ist.
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January 30th, 2010 at 14:39
[...] Evgeny Morozov von der Georgetown University im britischen Prospect Magazine die Kern-Annahmen ob Technologie eine Gesellschaft demokratischer machen kann in Frage. Eine interessanten Kommentar dazu liefert nun Charlie Beckett, Director von POLIS (Journalismus [...]
May 2nd, 2010 at 23:19
[...] über die negativen Auswirkungen von IT auf Demokratisierungsprozesse. Auch wir haben schon einige Male über Morozov geschrieben. Auf der re:publica sprach er zum Thema “What we know and what we don’t know about the [...]
May 27th, 2010 at 01:56
[...] Evgeny Morozov von der Georgetown University im britischen Prospect Magazine die Kern-Annahmen ob Technologie eine Gesellschaft demokratischer machen kann in Frage. Eine interessanten Kommentar dazu liefert nun Charlie Beckett, Director von POLIS (Journalismus [...]
+1
June 17th, 2010 at 14:31
[...] Dafür sind gute Blogger da – zum Denkanstöße geben: Ethan Zuckerman hat einen schönen Post auf seinem Blog veröffentlicht, in dem er sich darüber Gedanken macht, ob der derzeitige Fokus der meisten online Partizipationsprojekte (möglichst viele Unterstützer gewinnen, die wenig echte Anstrengung investieren müssen) tatsächlich irgendein Anliegen voranbringen kann. An verschiedenen Beispielen zeigt er, wie irrelevant große Gruppen an Unterstützern auf sozialen Netzwerkseiten oder symbolische Solidaritätsakte online sein können, einen Punkt den in der letzten Zeit zum Beispiel Evgeny Morozov ganz plakativ vertritt. [...]