Die britische Regierung hat vor ein paar Wochen aktualisierte Dokumente und Daten über die Ausgaben der Parlamentarier veröffentlicht. Simon Willison hat darauf hin mit einem kleinen Team beim Guardian seine Apllikation weiter entwickelt, mit deren Hilfe die Öffentlichkeit helfen soll, die rund 40.000 Anträge, Rechnungen und Quittungen durchzuarbeiten und nach Auffälligkeiten zu durchsuchen. Das ist bereits das zweite Mal, das Sam und sein Team die Bevölkerung um Hilfe (Crowdsourced document analysis) bei der Auswertung von Regierungsinformationen bitten. Unter http://mps-expenses.guardian.co.uk/ konnte bereits im Juni 2009 der erste Bericht ausgewertet werden. Mit der Überarbeitung der Plattform und dem neuen Auftritt unter http://mps-expenses2.guardian.co.uk/ hat man aus den Fehlern des ersten Projekts gelernt und hofft auf weitere, interessante Erkenntnisse rund um die Ausgaben der britischen Parlamentarier.
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Auf participatorybudgeting.org.uk wurde ein PDF (2,8 MB) zum Thema Werte, Prinzipien und Standards für Bürgerhaushalte veröffentlicht.
The document – Unpacking the Values – has been refreshed with tables for organisers to identify how their initative fits within the values, principles and standards along with case studies for each value to illustrate good practice.
Bereits Ende 2008 wurde ein ähnliches Buch veröffentlicht. In der aktuellen Auflage gehen die Autoren auf die aktuellen Entwicklungen ein und lassen die kritischen Anmerkungen zu ihrem Erstwerk einfließen. Auch wenn das rund 40-seitige Dokument stark auf die britischen Verhältnisse Zielt, stellt es dennoch auch für deutsche Bürgerhaushalte interessante Aspekte dar. Besonders gefällt mir der Versuch der Zusammenfassung von Standards für Bürgerhaushalte und die Definition für Bürgerhaushalte:
Participatory budgeting directly involves local people in making decisions on the priorities and spending for a defined public budget. This means engaging residents and community groups representatives of all parts of the community to discuss and vote on them, as well as giving local people a role in the scrutiny and monitoring of the process.
Mit dem Buch Online Deliberation: Design, Research, and Practice ist Todd Davies und Seeta Peña Gangadharan ein neues Standardwerk zum Thema Online Deliberation gelungen. Auf über 320 Seiten finden sich 30 hervorragende Beiträge über die regelmäßigen Beteiligung von Stakeholdern in politischen und nicht-politischen Entscheidungsprozessen sowie herausragende Texte zur Definition eines neuen Stils demokratischer Praxis, in der die kollektiven Interessen und die Gruppendynamik in politische Online-Diskussionen und -entscheidungsfindung addressiert wird. Da in dem Buch neben wissenschaftlichen Exkursen auch Grundlagen vermittelt werden, eignet sich dieses Buch im gleichenmaßen für bloße Interessenten und Wissenschaftler, die sich mit dem Thema Online-Beteiligung und Deliberation beschäftigen.
Das Buch steht unter http://odbook.stanford.edu in seiner aktuellen Version kostenlos als PDF zum Download bereit.
"Im modernen Staat gewinnen freiwillig und dialogisch orientierte Kommunikations- und Beteiligungsformen immer mehr an Bedeutung. Der Staat erfüllt seine Aufgaben nicht mehr nur einseitig hoheitlich. Der Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) bietet den Bürgern und politischen Institutionen die Gelegenheit eine neue Kommuikations-, Informations, Verwaltungs- und Entscheidungskultur zu konstituieren." Christian Heise, E-Demokratie.org.
Was ist E-Demokratie? Was ist E-Partizipation? Welche Ideen und Potentiale stecken in der technologie-gestützten Demokratie? Wie funktioniert z.B. die aktive, elektronisch gestützte Teilhabe an politischen Diskurs- und Entscheidungsprozessen? E-Demokratie.org will auf all diese Fragen Antworten finden. Noch unbeantwortete Fragen? Kontaktieren Sie uns!