Sie befinden sich auf: Home > E-Partizipation > Zukunft britischer (Vorzeige-)Agentur für E-Demokratie ungewiss – zurecht?

Zukunft britischer (Vorzeige-)Agentur für E-Demokratie ungewiss – zurecht?

Die britische Regierung hat im Jahr 2006 mit dem Exzellenzzentrum International Centre of Excellence for Local E-Democracy (ICELE) eine Beratungsstelle geschaffen, um Kommunen bei der Auswahl und dem Einsatz von Technologien zur E-Partizipation zu unterstützen. Neben der Beratungsleistung bietet die Agentur auch weitere Dienste wie Weblog- und Onlinekonsultationsservices an.
Noch im März diesen Jahres zeichnete die ICELE auf dem International eParticipation Symposium 2008 Hamburgs Senator für Stadtentwicklung und Umwelt für die E-Diskurse der Hansestadt aus.
Nun scheint die Zukunft der (Vorzeige-)Agentur (laut BMI-Studie, S. 121 immerhin als “good practice” Beispiel genannt), auf Grund der verzögerten Erneuerung der Förderung durch die britische Regierung (Department Communities and Local Government), ungewiss. Laut einem Brief kündigte der Präsident der Agentur unlängst die Einstellung der Aktivitäten bis Ende Juni 2008 an, sollten nicht neue Gelder fließen

Indessen fragt sich der renommierte E-Democracy Professor Stephen Coleman, inwiefern die Streichung der Mittel für das angebliche Vorzeigeprojekt ICELE vielleicht gerechtfertigt sind und beantwortet die Frage in einem abschliessenden Kommentar zu seinem Blogbeitrag What is ICELE for? wie folgt:

ICELE seems to have been dead in the water for some time and the Government is merely acknowledging that there’s no point in throwing more money into this particular void.

und kommt später zu dem Schluss:

That they have rejected uncritical propaganda in favour of technocratic e-democracy and stopped investing in applications that seem to have limited value (Blog-in-a-box, for heaven’s sake!) does not mean that they have disengaged from the challenge of democratising representative democracy. I think that in the run up to the next UK general election and after it we shall see more technologically-enhanced democracy experiments.

Mittelfristig will die britische Regierung eine neue ministerienübergreifende Agentur schaffen, die die ICELE ablösen soll und alle E-Demokratiebestrebungen auf lokaler, sowie nationaler Ebene bündeln soll. Noch in dieser Woche soll über die Zukunft des ICELE entschieden werden. Gibt es keinen neuen Finanzierungsplan, wäre es das Ende für das ICELE in seiner aktuellen Form – laut Coleman vielleicht zurecht…

Lesen Sie auch die folgenden verwandten Beiträge:
» Sammelsurium: Zukunft des ICELE, Petitionsausschuss veröffentlicht Jahresbericht, Steven Clift’s E-Democracy-Visionen
» Britisches Weißbuch zum Thema Bürgerengagement
» Ich hätte da mal so ‘ne Idee …

Themen:

Beitrag in sozialen Netzwerken teilen:

Dieser Beitrag "Zukunft britischer (Vorzeige-)Agentur für E-Demokratie ungewiss – zurecht?" wurde am 13.06.2008 um 01:39 in der Kategorie E-Partizipation, International veröffentlicht. Du kannst der Konversation durch das abonnieren des RSS 2.0-Feeds folgen. Du kannst einen Kommentar hinterlassen oder von deiner eigenen Seite auf den Beitrag verweisen.

2 Kommentare zum Post: “Zukunft britischer (Vorzeige-)Agentur für E-Demokratie ungewiss – zurecht?”

  1. Rolf Says:

    zurecht oder zuunrecht, das ist schwer zu beurteilen – zumindest aus der Ferne. Es geht hier um ca. 180.000 £ Förderung im Jahr – dass man damit keine allzu großen Sprünge machen kann, weiß jeder, der sich im Projektgeschäft auskennt. Würde man die gleichen harten Evaluationskriterien, nach denen Coleman ICELE jetzt bewertet, an geförderte Forschungsprojekte anlegen, dann würden die meisten wohl erheblich schlechter aussehen. Ich war in diesem Jahr auf dem von ICELE organisierten Empowerment Symosium in London und kann nur sagen, das war klasse!

    Was darüber hinaus in der Diskussion übersehen wird, ist der symbolische Wert einer vom Central Government geförderten Agentur. Dies hatte bisher eine Signalwirkung außerhalb von UK – in Deutschlnad gibt es bspw. nichts vergleichbares. Das ICELE-Bashing wird jetzt dazu beitragen, so ist zu befürchten, dass sich die Verantwortllichen wieder zurücklehnen.

    Auch frage ich mich warum all die Kritiker, die jetzt aus der Deckung kommen, nicht dazu beigetragen haben, ICELE mit konstruktiven Vorschlägen zu unterstützen, so lange es noch möglich war.

  2. E-Demokratie.org » Beitrag » Sammelsurium: Zukunft des ICELE, Petitionsausschuss veröffentlicht Jahresbericht, Steven Clift’s E-Democracy-Visionen Says:

    [...] (ICELE), äussert sich zur Zukunft der ICELE auf ihrem Blog und bekräftigt nocheinmal die Einstellung der Tätigkeiten des Kompetenzzentrums Ende Juni 2008. So bleibt nur noch die Frage, was mit den “Produkten” und der Webseite [...]

 

Hinterlasse einen Kommentar