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Definition: politische Beteiligung

In juristischer Hinsicht existiert keine allgemeingültige Definition von Bürgerbeteiligung. Genauer gesagt ist Bürgerbeteiligung von der jeweiligen Rechtslage und –norm abhängig, in der sie eingebettet ist. Die Partizipationsforschung fasst dabei unter den Begriffen “politische Beteiligung” oder “politische Partizipation” verschiedene Tätigkeiten zusammen, die “die Bürger freiwillig mit dem Ziel unternehmen, Entscheidungen auf den verschiedenen Ebenen des politischen Systems zu beeinflussen”. Politische Partizipation ist einerseits Grundlage für ein breiter gefassteres Verständnis von Gesellschaft, anderseits ist sie eine Voraussetzung für die Entstehung und Entfaltung von ethischen, moralischen und intellektuellen Kapazitäten und Werten der Bürgerinnen und Bürger. Zudem stellt Partizipation die Grundlage, je nach Bürgerschaftsverständnis, für ein Pflicht- oder Rechtsempfinden dar, das für die Stabilität von gerechten Institutionen unerlässlich ist. Beteiligung hat vielfältige Funktionen und Intensitätsstufen. Sie ist Informationsmechanismus und Gestaltungsinstrument, fungiert als Katalysator und Entscheidungshilfe, fördert Akzeptanz und Integration und dient der Kontrolle.

In Deutschland wie auch in anderen demokratisch regierten Staaten sind die Bürger auf der lokalen Ebene direkt von politischen Entscheidungen betroffen. Sie haben somit besonders auf dieser Ebene ein größeres Bedürfnis nach Teilhabe, die über die Wahlen hinausgeht. Sie sind auf dieser Ebene eher interessiert und in der Lage, formell und informell Einfluss auf politische Entscheidungen auszuüben, da diese sie direkt betreffen. In Städten und Gemeinden sind die Voraussetzungen für eine Initiativ- und Referendumskultur viel größer als auf Länder-, nationaler oder supranationaler Ebene. Die Überschaubarkeit lokaler Entscheidungen und der politischen Entscheidungsträger durch die Betroffenen spielt dabei eine nicht unwesentliche Rolle. Darüber hinaus führen Bürgerbegehren und Bürgerentscheid zu einer größeren Aufmerksamkeit der Mandatsträger für Bürgerbefindlichkeiten und Meinungsströmungen. Damit sind direktdemokratische Elemente offensichtlich gut geeignet, die Neigung vieler Räte und Kreistage zu einseitiger Partei- und Verwaltungsorientierung abzuschwächen und sie näher an den Bürger heranzurücken.

Der Staat ist also nicht mehr der Entscheider und Produzent, sondern mehr Moderator und Aktivator des gesellschaftlichen Fortschritts, den er nicht allein bestimmen kann und soll. Besonders in der Zeit der Reformierung der Verwaltung gilt die Bürgerschaft als ein wesentlicher Leistungsverstärker. Durch Bürgerbeteiligungsmodelle ist es möglich, die geforderte stärkere Verbindung zwischen Bürger und Leistungsproduktion und damit Verbesserungen im Bereich der Effizienz, der Effektivität aber auch der Rechtmäßigkeit von öffentlichen Institutionen zu erreichen. Es ist erstrebenswert, dass die Bürger nicht nur die Aufgaben übernehmen, die der Staat aufgrund mangelnder Ressourcen nicht hinreichend erfüllen kann. Er soll die Möglichkeit haben aktiv zu partizipieren.

Die Trias Individualität, Partizipation und Transparenz stellen die drei Leitmotive für die politische Beteiligung der Bürger in politische Prozesse dar.

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